Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Zensur
Bemerkenswerte Selbstzensur
Welt am Sonntag vom Deutschen Presserat missbilligt
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Barthel begrüsst die Missbilligung des Deutschen Presserates gegen die "Welt am Sonntag" wegen des Artikels "Politiker gegen Gott im Grundgesetz".
Barthel: "In der Welt am Sonntag erschien am 5. Dezember 1999 der Artikel "Politiker gegen Gott im Grundgesetz". In diesem Artikel wurde behauptet, es gäbe eine Initiative von Parlamentariern der SPD-Fraktion und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Abschaffung des Gottesbegriffes im Grundgesetz. Diese Behauptung ist falsch. Die in dem Artikel genannten Politiker - Monika Griefahn, Cem Özdemir und ich haben gegen die Welt am Sonntag vor dem Deutschen Presserat erfolgreich Beschwerde eingelegt."
Der Presserat hat diesen Artikel missbilligt. In der Begründung heisst es: "Der Beschwerdeausschuss erkannte in der Veröffentlichung des Beitrags mit der dort gewählten Überschrift einen Verstoss gegen Ziffer 2 des Pressekodex und die darin empfohlenen Sorgfaltspflichten für die Redaktion. Danach sind die zur Veröffentlichung bestimmten Nachrichten und Informationen in Wort und Bild mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf weder durch Bearbeitung noch Überschrift entstellt oder verfälscht werden. Dokumente müssen sinngetreu wiedergegeben werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Selbst wenn Sie sich, so die Ausführungen des Autors des Beitrags, auf die Frage, wie Sie zum Gottesbezug im Grundgesetz stehen, gegen den Gottesbezug dort ausgesprochen und geantwortet haben, "Der Gottesbezug sollte nicht in einer Verfassung stehen, die für alle Bürger geschrieben wurde", lässt diese Äusserung nicht die von der Zeitung gewählte Überschrift zu. Über ihre Absicht, gleichzeitig die Präambel des Grundgesetzes zu ändern, äusserten sich die Politiker, insbesondere Sie, gerade nicht. Ihr Zitat liefert noch keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie auch eine Grundgesetzänderung wollen. Hierbei handelt es sich um eine Überinterpretation durch die Redaktion, die damit in nicht genügender Form die Sorgfaltspflichten nach Ziffer 2 des Pressekodex beachtete. Der Beschwerdeausschuss hielt den Verstoss gegen Ziffer 2 des Pressekodex für so schwerwiegend, dass er gemäss Paragraph 10 Beschwerdeordnung die Massnahme der Missbilligung wählte."
Ein Lehrstück für Zensur und Selbstzensur in Deutschland
  1. Monika Griefahn, Cem Özdemir, beide GRÜNE, Eckhardt Barthel, SPD, alle MdB: "Der Gottesbezug sollte nicht in einer Verfassung stehen", schließlich gibt es laut Grundgesetz Religionsfreiheit.
  2. Ins Grundgesetz gehört also kein Bezug auf Gott, Satan oder was sonst noch von Religionen verehrt wird.
  3. Trotzdem wollen / trauen sich die genannten Bundestagsmitglieder nicht, zu fordern, dass die Religionsfreiheit im Grundgesetz durchgängig realisiert wird.
  4. Sie selbst stellen Beschwerde gegen die WamS beim Deutschen Presserat.
Siehe dazu: zensur Forderungen nach Selbstzensur und Verurteilung von Selbstzensur

Zensur
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 29.9.2006