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Fürst
Affäre um Gebhard Fürst, katholischer Bischof von Rottenburg-Stuttgart
Sozialminister Andreas Renner, Baden-Württemberg, verlor wegen einer Meinungsäusserung seinen Job – Renner Links

Andreas Renner, CDU, zum damaligen Zeitpunkt Sozialminister in Baden-Württemberg, trat bei der Homosexuellen-Parade Christopher Street Day als Schirmherr auf. Er schrieb ein Grußwort und sprach bei der Eröffnungsgala. Am 12. Juli 2005 bei einem offiziellen Treffen der CDU-Fraktion mit den Kirchen kam es darüber zu einem heftigen Disput zwischen dem katholischen Weihbischof Thomas Maria Renz und Andreas Renner, der harsch kritisiert wurde.
Als sich Gebhard Fürst, katholischer Bischof von Rottenburg-Stuttgart, einschaltete, soll Renner gesagt haben: "Halten Sie sich da raus, fangen Sie doch erst einmal damit an, Kinder zu zeugen." Andere Quellen zitieren Renner mit: "Fangen Sie doch erst einmal damit an, Kinder zu zeugen!" Renner wiederum hat in Erinnerung: "Lassen sie erst einmal zu, dass ihre Priester Kinder zeugen."
Was auch immer Renner gesagt haben mag, die Aufforderung zur Kinderzeugung ist wohl eine völlig legitime Meinungsäusserung, noch dazu, wenn man die demographische Situation und Äusserungen von Kollegen der Bischöfe Renz und Fürst kennt.Walter Mixa, katholischer Bischof in Augsburg, bezeichnete die Ehe und den Willen zu gemeinsamen Kindern als ein Grundbedürfnis der menschlichen Natur. (Renner Zitate Walter Mixa).
Möglicherweise über Journalisten des SWR gelangte diese Meinungsäusserung an den Ministerpräsidenten Günther Oettinger, CDU. Ja, das ist derjenige, der den Nazi-Todesrichters Hans Filbinger für einen "völlig untadligen Wahlmann" hielt (Renner Zitate Günther Oettinger).
Es kam zu einem Gespäch zwischen Renner, Fürst und Oettinger. Ministerpräsident Oettinger teilte mit, Renner habe sich gegenüber Bischof Gebhard Fürst erneut für seine "Verbalattacke" vom Sommer 2005 entschuldigt. Der Bischof erklärte, dass die Angelegenheit durch die Entschuldigung des Ministers für ihn persönlich bereinigt sei.
Andreas Renner trat dann mehr oder weniger freiwillig zum 1. Februar 2006 von seinem Ministerposten zurück. Seine freundliche Erinnerung an familiäre Pflichten wurde öffentlich als "kirchenkritischen Äußerung" gewertet. Der Tübinger Theologen Albert Biesinger vermutete die Urheber für die Hetze gegen Renner in politischen Kreisen, wahrscheinlich sogar in Renners eigener Partei, der CDU. Das wird untermauert, da der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Seimetz, den Rücktritt des Ministers fordert. Der Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Brunnhuber, äußerte: „Ich rate Andreas Renner, einmal darüber nachzudenken, was er seinem Ministerpräsidenten und seinen Wählern zumutet.”
F.A.Z., 27.01.2006, Nr. 23, Seite 3 – rennerSWR online 27.01.2006
Der Katholischer Nachrichtenservice schrieb von "Bischofsbeleidigung": "CDU-Politiker Andreas Renner tritt nach Bischofsbeleidigung zurück", rennerKath.Net, 27. Januar 2006
Nach mancher Meinung ist die katholische Kirche die größte transnationale Schwulenorganisation (Renner Zitate Hermann Kügler). Kinderzeugung wäre dann echt eine Zumutung. Aber Beleidigung?
Links
Andreas Renner: rennerWikipedia
rennerAktion „renner-muss-bleiben“
rennerKatholischer Nachrichtenservice, 27. Januar 2006
rennerSWR online 27.01.2006
rennerRenners Rücktritt - ein Sieg der Spießer-Koaliton
Renner Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.2.2006